Um 5:45 Uhr treffe ich in der Werkstatt ein. Als erstes stelle ich das Radio an. Während der Computer hochfährt, lasse ich mir einen Kafi raus und ziehe die Arbeitskleidung an. Jeden Montag gibt es eine frische Garnitur. Nach einer Viertel Stunde ist der Kafi getrunken, die Zeitung gelesen und ich bin startklar: Als erstes schaue ich, ob eine Bestellung reingekommen ist und werfe einen Blick ins Lager. Es ist wichtig, dass immer ein gewisser Mindestbestand da ist. An Material wie auch an vorgefertigten Serien. 

Je nach Auftragslage fertige ich eine Kundenbestellung an oder produziere Grundelemente vor, etwa die Füsse: Zuerst müssen die 6 m langen Vierkantrohre in die gewünschte Länge gesägt und die Facetten für die Rohre angesenkt werden. Dann werden die Fortsätze inwendig angefräst und ausgerieben, so dass die Seitenrohre gut reinpassen. Diese werden anschliessend angeschweisst bzw. dort, wo sichtbar, gelötet. Danach stanze ich zwei Löcher für die Räder vor und schweisse darin ein sogenanntes Aug mit Gewindeloch ein. Auch die muss ich inwendig ansenken und ausreiben. Erst dann wird der Fuss als ganzes mit Chrom veredelt. 

Ich bin gelernter Werkzeugmacher. Nach meiner Lehre arbeitete ich noch vier Jahre bei SSM, für die ich auch heute noch sporadisch Aufträge erledige. Seit 1982 bin ich in der Firma meines Vaters tätig. Lange hatten wir vier Angestellte, heute sind wir ein reiner Familienbetrieb, der sich auf die Herstellung von hochwertigen Garderoben spezialisiert hat: Mein Vater liefert die Ware aus, meine Mutter macht vormittags das Büro. Meinen Beruf als solches gibt es nicht mehr, heute wird alles vom Computer gemacht oder nach China ausgelagert, wo es billiger ist. Ich finde es schön, mit meinen Händen etwas Beständiges zu erschaffen. Und wenn dabei noch die Funken sprühen, umso besser.

Wenn nichts Dringendes ansteht, mache ich um 16:15 Uhr Feierabend. Dann gehe ich eine Stunde joggen und wenns Wetter passt, mache ich noch «äs Bögli» mit meinen Biker-Kollegen. Ich schraube sehr gerne an meiner Harley rum. Auch meine Frau hat einen Töff. Leider kann sie uns nicht so viel begleiten, da sie bis nach Ladenschluss in ihrem Blumenladen arbeitet.
 

 


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